Elbebiber

Häntzschelstiege

In der Folge wird eine der interessantesten Wanderstrecken in der Sächsischen Schweiz beschrieben.

Parkplatz Beuthenfall – Bloßstock – Untere Häntzschelstiege – Obere Häntzschelstiege – Carolafelsen – Kleiner Winterberg – Kuhstall – Lichtenhainer Wasserfall – Parkplatz Beuthenfall

Diese Wanderung habe ich am 7.06.2009 mit 4 Mitstreitern unternommen.

Die Wanderung beginnt am Parkplatz Beuthenfall. Dort geht man den ausgeschilderten Wanderweg ca. 500 Meter nach oben bis sich der Weg teilt. Man biegt nach rechts ab und folgt dem Weg ca. weitere 250 Meter. Dann teilt sich der Weg erneut und man biegt nach links in Richtung der Affensteine zum Kletterfelsen Bloßstock ab. Bis zum Felsen sind es dann nur noch wenige Meter.

Am Bloßstock biegt der markierte Wanderweg nach links ab. Zur Häntzschelstiege geht es jedoch nach rechts auf einem Sandweg am Felsen entlang. Über einige Treppen und Leitern führt der Weg direkt zur Unteren Häntzschelstiege und zum ersten schwierigen Teilstück der Wanderung. Denn bei der Hänzschelstiege handelt es sich um einen sehr anspruchsvollen Klettersteig in der Sächsischen Schweiz, den man nur begehen sollte, wenn man sich körperlich und geistig fit fühlt und keine Höhen- und Platzangst hat.

Der Einstieg zur Unteren Häntzschelstiege ist bereits sehr anspruchsvoll, da die ersten Trittklammern in etwa 1,50 Meter Höhe angebracht sind und man das erste Stück am Felsen hochklettern muss. Der Sinn ist dabei, völlig ungeeignete Wanderfreunde von vornherein am Vorhaben des Bezwingens der Häntzschelstiege zu hindern, damit diese dann nicht auf halbem Wege der Mut verlässt.

Man steigt über Trittklammern und an Halteseilen den Felsen hoch, wobei man um einen Felsen herumgehen muss, unter dem sich der Abgrund befindet. Ein „Ausrutscher“ kann dabei tödlich enden. Aus diesem Grunde wird oftmals eine zusätzliche Sicherung empfohlen. Über weitere Klammern, Treppen und Leitern geht es dann die Felsschlucht bergauf, bis man die Obere Affensteinpromenade erreicht.

Diese wird gekreuzt, da sich genau gegenüber der versteckte Eingang zur Oberen Häntzschelstiege befindet. Der Eingang ist leicht zu übersehen, da er sich in einer engen Felsspalte befindet. In dieser Felsspalte geht es etwa 10 Meter entlang bis der Aufstieg in einer Art Kamin beginnt. Auch hier beginnen die Trittklammern erst in einiger Höhe, um ungeeignete Personen auszuschließen. In diesem Kamin geht es dann über Trittklammern nahezu senkrecht nach oben, wobei man jedoch zweimal umsteigen muss. Der insgesamt schwierigste Part ist dann der Ausstieg aus dem „Kamin“, da man hier über weitere Trittklammern und einem Halteseil an einer steilen Felswand über dem Abgrund entlang hangeln muss. Hat man dies geschafft, geht es über Leitern und Stufen auf den Berg „Langes Horn“, von wo man eine fantastische Aussicht auf die Umgebung hat.

In der Folge sind noch ein paar mit Klammern und Stahlseile sowie mit Stahlgittern gesicherten Felsspalten zu überqueren, bis man einen Wanderweg erreicht.

An diesem geht man nach rechts (teilweise bergab), bis man nach etwa 400 Meter den Abzweig zum Carolafelsen (als Aussichtspunkt gekennzeichnet) erreicht. Man geht den ausgeschilderten Weg bis zum Carolafelsen hoch, von wo man einen der schönsten Aussichten in der gesamten Sächsischen Schweiz genießen kann.

Anschließend geht es zurück bis zu der Stelle von der man – von der Häntzschelstiege kommend – auf den Wanderweg getreten ist. Von dort geht es weiter über den Reitsteig bis zu einem an einer Wegsäule ausgeschilderten Abzweig zum Kuhstall. Dort biegt man nach links ab. Auf dem Reitsteig kommt man an einigen völlig kahlen Waldflächen vorbei. Der Grund ist der in diesem Jahr besonders häufig auftretende Borkenkäfer, der große Teile des Fichtenbestandes komplett abgenagt hat. Schilder weisen darauf hin, dass hier bewusst nicht mit der chemischen Keule eingegriffen wird, um den natürlichen Kreislauf nicht zu beeinträchtigen.

Der Weg zum Kuhstall über den Fremdenweg führt am Kleinen Winterberg vorbei, wo es mehrere sehr schöne Aussichtspunkte gibt.

Nach dem es über den Fremdenweg wieder abwärts geht, muss man zum Aufstieg zum Kuhstall, eines riesigen Felsentunnels, nochmal einige Treppen überwinden. Am Kuhstall angekommen, kann man über die sogenannte Himmelsleiter auf eine Felsenplattform klettern, auf der sich im 14. Jahrhundert eine Wehranlage befunden hatte. Zurück am Felsentunnel kann man dort auch in die Berggaststätte „Kuhstall“ einkehren, was aber voraussetzt, dass man deutlich vor 17.00 Uhr dort ankommt. Denn egal wie schön das Wetter ist und egal wie viele Wanderfreunde gern noch Speis und Trank zu sich nehmen wollen, der Berggasthof „Kuhstall“ schließt seine Pforten pünktlich um 17.00 Uhr.

Auf der anderen Seite des Kuhstalls geht es dann über einen Teil des Malerweges zum Lichtenhainer Wasserfall. Auf der Kirnitzschtalstraße geht man dann die wenigen Meter bis zum Parkplatz Beuthenfall zurück.

Wichtig ist, dass die Häntzschelstiege definitiv nur in eine Richtung (also nach oben) begangen werden kann.

Sollte man am Beuthenfall keinen Parkplatz ergattern können, kann man auch am Lichtenhainer Wasserfall parken. Dort gibt es wesentlich mehr Parkmöglichkeiten. Dann muss man eben zu Beginn der Wanderung das Teilstück auf der Kirnitzschtalstraße laufen.

Die besten internetseiten (außer dieser) zur Häntzschelstiege und allgemein zu Wanderungen in der Sächsischen Schweiz finden sie bei Ingo Geier und Carsten Rücker.