Elbebiber

Ostseeküstenradweg Klaipeda – Sassnitz


Allgemeines:

Im Mai 2013 befuhr ich mit meinem Treckingrad einen Teilabschnitt des Ostseeküstenradweges von Klaipeda nach Sassnitz. Der Ostseeküstenradweg ist in diesem Abschnitt Teil des EURO VELO 13, dem Radfernweg Eiserner Vorhang, der vom Barentssee über die ehemalige Grenze der NATO- und Warschauer Pakt- Staaten nach Istanbul führt und Teilbereich des EURO VELO 10, der sogenannten Hanserunde rund um die Ostsee.


Ich fuhr mit der Fähre von Sassnitz nach Klaipeda und mit dem Rad nach Sassnitz zurück, wobei ich insgesamt 1.157 km unterwegs war, wenngleich der eine oder andere Kilometer dem einen oder anderen Verfahren geschuldet war.


Man kommt durch 4 Staaten (Litauen, Russland – hier die Exklave Kaliningrad, Polen und Deutschland). Der Weg ist meist flach, wobei es aber auch den einen oder anderen bergigen Abschnitt gibt und hat die unterschiedlichste Wegqualität. Der längste bergige Abschnitt ist derjenige von Fromburg nach Milejewo kurz hinter der russisch-polnischen Grenze, wo es über ca. 18 km kontinuierlich bergauf geht; das anspruchsvollste Auf und Ab befindet sich auf Usedom zwischen Bansin und Zinnowitz, wo mehrere Steigungen mit teilweise 16 % gemeistert werden müssen. Hinsichtlich der Wegequalität und Beschilderung ist der litauische Abschnitt sicherlich der beste, hier wird der Ostseeküstenradweg als R 1 ausgeschildert. Im Kaliningrader Gebiet gibt es weder Radwege noch Radwegsschilder. Hier kommt man nur auf Straßen voran, was aber unproblematisch ist, da der Radfahrer von russischen Autofahrern akzeptiert wird. Im polnischen Abschnitt wird der Ostseeküstenradweg mit dem Schild R 10 ausgezeichnet, wobei die Beschilderung teilweise überdurchschnittlich gut, teilweise aber auch komplett fehlend ist. Darüber hinaus verläuft der offizielle polnische R 10 teilweise über Wege, die mit einem Tourenrad samt Gepäck kaum zu bewältigen sind. Wenn die Radwege allerdings geteert sind, haben die polnischen Radwege eine höhere Qualität als die meisten deutschen Radwege. Denn egal ob der Weg am Wald entlang oder durch den Wald verläuft, Sprengungen der Teerschicht durch Wurzeln habe ich nicht eine einzige gesehen. Das ist in Deutschland anders. Offensichtlich werden die Radwege in Polen besser fundamentiert als in Deutschland. Im deutschen Abschnitt sind die Wege meist ordentlich, die Beschilderung ist aber uneinheitlich, völlig zufällig und teilweise kaum rechtzeitig vor einer Kreuzung erkennbar.


Die Mitnahme eines Zeltes ist nicht zwingend notwendig. In allen Staaten gibt es Unterkünfte in allen Preisklassen zuhauf. Für die Einreise in das Kaliningrader Gebiet ist ein Visum notwendig, das deutlich vor beabsichtigtem Reiseantritt in einem Osteuropareisebüro besorgte werden sollte. Hierbei fallen Kosten in Höhe von ca. 80 Euro an. Notwendig ist darüber hinaus der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung, die dem russischen Konsul nachgewiesen werden muss und die Abgabe von 2 Passfotos, die nicht älter als 6 Monate sind. Ansonsten sind Ein- und Ausreise mit dem Fahrrad in die russische Exklave völlig unproblematisch. Allerdings muss man in den russischen Dörfern und im östlichen Polen immer mit freilaufenden Hunden rechnen.


Für den Abschnitt von Klaipeda bis Danzig gibt es m.E. nur das Bikelinebuch „Eiserner Vorhang“, welches eine katastrophale Qualität hat: der Maßstab ist zu klein, viele Ortschaften fehlen, die Streckenbeschreibungen sind ungenau oder falsch, die Streckenbeschreibungen korrespondieren teilweise nicht mit den Kartenzeichnungen. Es werden Wege beschrieben, die nicht vorhanden sind, Fähren, die es nicht mehr gibt... Besser eine gute Landkarte kaufen! Für den polnischen Teil ab Danzig ist das Bikelinebuch „Ostseeküstenradweg Teil 3“ ausgezeichnet. Mehr braucht man hier nicht. Für den deutschen Abschnitt sollte man zumindest nicht „Bruckmanns Radführer Ostseeküstenradweg“ kaufen. Dieser beschreibt eher Rundtouren und ist auch von der Aufmachung her gesehen einfach nur schlecht. Hier gibt es sicherlich von Bikeline besseres. Wichtig: In Kaliningrad an einem Zeitungskiosk einen Stadtplan kaufen!


Zur Tour selbst:


8.05.2013 – Abreisetag mit Fähre von Sassnitz nach Klaipeda


Gegen Mittag fuhr ich mit dem Auto von Dresden zum Fährhafen Sassnitz, der – was ich im Vorfeld eruierte – über einen Langzeitparkplatz verfügt, welcher unabhängig davon, wie lange man unterwegs ist, 12 Euro kostet. Im Internet habe ich auch gelesen, dass dieser nur mit Münzen bezahlbar ist. Dass man allerdings bei der Einfahrt zahlen muss, wusste ich nicht. Natürlich hatte ich keine 12 Euro in Münzen dabei. Das Hafenpersonal verwies mich an einen Ausrüsterladen in 2 km Entfernung, wo ich dann auch problemlos Scheine in Münzen wechseln konnte. Am Check-In-Schalter war ich dann der einzige Kunde und löhnte die 80 Euro für die Überfahrt nach Klaipeda, die um 19.00 Uhr erfolgte.


Ich musste auf ein Begleitfahrzeug warten, dass die Fußpassagiere zur Fähre bringt und sollte diesem hinterherfahren. Zwischenzeitlich trudelten noch ein Rucksacktourist aus Brasilien und ein älteres Ehepaar aus Berlin ein, die an einer organisierten Radtour auf der kurischen Nehrung und im Kaliningrader Gebiet teilnehmen wollten.


Als es dann gegen 18:30 Uhr auf die Fähre ging, war diese bestenfalls zu 25 % ausgelastet. Die Überfahrt startete pünktlich. Auf der Fähre lernte ich noch 3 Brüder aus Freiberg kennen, die eine Stadt im Kaliningrader Gebiet besuchen wollten, die deren Nachnamen trägt, wobei sie vermuteten, dass ein Vorfahre aus dieser Stadt stammte sowie eine Schweizer Reisegruppe, die mit dem Auto zum Nordkap fahren wollte. Nach dem Abendessen begab ich mich in den Schlafraum. Ich hatte hinsichtlich der Buchung die billigste Variante gewählt, den sogenannten Pullmansitz, eine Art Schlafsessel, wobei ich der Einzige gewesen bin, der in diesem Schlafraum nächtigte. Das kam mir gelegen, da ich so meine Luftmatratze ausbreiten und es mit bequem machen konnte. Dass die Schlafqualität aufgrund des Wellenganges und der Schiffsgeräusche eher mäßig war, versteht sich von selbst.


9.05.2013 – Fahrt Fährhafen – Klaipeda Zentrum: 12 km


Gegen 14:00 Uhr lief die Fähre bei strahlend blauem Himmel und heißen Temperaturen um die 30 Grad Celsius in den Fährhafen von Klaipeda ein. Die Radreisenden durften erst nach allen Auto- und Motorradtouristen – aber immerhin vor den LKW – die Fähre verlassen, wobei sich die Verweilzeit allerdings in Grenzen hielt, da nur wenige Autos und Motorräder übersetzten.


Da der Fährhafen außerhalb der Stadt liegt, konnte ich noch 12 Kilometer bis in das Stadtzentrum von Klaipeda radeln, wo ich die Touri-Info aufsuchte, um mir einen Stadtplan zu organisieren. Ich wollte eigentlich in die von Bikeline empfohlene Unterkunft. Der Angestellte der Touri-Info war sehr hilfsbereit und rief dort an. Allerdings war die Pension bereits ausgebucht. Er vermittelte mir eine Pension in der Kurpiustraße, keine 100 Meter von der Touri-Info entfernt, wobei ich von einer herzlichen älteren Dame, die etwas deutsch konnte, an der Touri-Info abgeholt wurde. Die Unterkunft war hervorragend, für mein Fahrrad gab es einen Abstellraum. Die Kosten beliefen sich auf 35 €. Am Abend machte ich mich dann auf zu einem ergiebigen Stadtbummel durch die schöne Altstadt Klaipedas und zur Uferpromenade.

Klaipeda verfügt über ein gutes Radwegnetz. Bemerkenswerterweise verfügt die Altstadt Klaipedas aber über keinen nennenswerten Kirchenbau. Die im zweiten Weltkrieg zerstörten Kirchen wurden allesamt nicht wieder aufgebaut. Die extrem heißen Temperaturen sorgten am Abend für ein kurzes, aber kräftiges Hitzegewitter.


Brauchbarkeit der Unterkunft im Hinblick auf Ausstattung, Fahrradsicherheit, Entfernung zum Stadtzentrum, Preis-Leistungs-Verhältnis bezogen auf die Region: 1,0



10.05.2013 – Klaipeda – Nida: 70 km

Um auf die kurische Nehrung zu gelangen, muss man mit einer Fähre von Klaipeda aus übersetzen. Hierbei gibt es eine Fährverbindung für Fahrzeuge und eine für Fußgänger und Radfahrer, wobei letztere im Halbstundentakt verkehrt. Ich nahm die 9:00 Uhr-Fähre und machte mich dann auf den Weg nach Nida.


Die Kurische Nehrung wird komplett von einer Straße – relativ mittig – durchzogen, daneben gibt es auf dem litauischen Abschnitt aber auch noch einen sehr gut ausgebauten Radweg, der abseits der Straße in Küstennähe verläuft und den ich natürlich bevorzugte. Schon nach einigen Kilometern kam mir der „Eurotrotter“ entgegen, ein Radtourer ebenfalls aus Dresden, der auf dem Weg nach St. Petersburg war und der über eine eigene Website verfügt, auf der dieser seine bisherigen Touren darstellt. Im Hinblick auf das mitgeführte Gepäck war der „Eurotrotter“ für alle Eventualitäten ausgestattet. Ein Geschirrequipment samt verschiedener Beutel- und Dosennahrungsmittel für die Campingaufenthalte gehörten ebenso zu seiner Ausstattung wie Klapptisch, -stuhl und Angel, für die er ein spezielles Befestigungssystem am Rad entwickelt hat.

Auf halbem Wege machte ich einen Abstecher nach Juodkrante, da hinter diesem Örtchen der berühmte Reiherberg liegt, eine Stelle, an der an die 3.000 Reiher und Komorane in den Bäumen nisten. Zurück auf dem Radweg ging es weiter Richtung Nida, wo ich mir von einer überforderten Angestellten in der Touri-Info einen Stadtplan organisierte und zu dem Campingplatz von Nida wollte, um eine Nacht im Zelt oder wenn möglich einem Bungalow zu verbringen. Der Europaradweg ist in Litauen als „R1“ ausgeschildert, führte mich allerdings direkt an den Fuß der Hohen Düne, an der es mit Treppenstufen bergan ging. Eine ältere deutsche Dame teilte mir mit, dass sie gerade 180 Stufen nach unten gegangen sei, mit meinem Rad käme ich hier nicht weiter. Sollte ich ein Schild übersehen haben? Ich fuhr zurück zur letzten Beschilderung. Zwischenzeitlich gab es keinen abgehenden Weg und ich stellte fest, das Schild zeigt in die Richtung, in die ich zuvor gefahren bin und am Fuße der Düne landete. Ich konnte es einfach nicht fassen. Die Ausschilderung war bisher top. Unmöglich kann der Radfahrer doch an eine Stelle geführt werden, an der es nicht weitergeht. Vielleicht ging es ja doch am Fuße der Düne nach links oder rechts weiter und ich habe das übersehen, weil ich zu schnell auf die Frau gehört habe. Also nochmal zurück. Wieder landete ich am Fuße der Düne. Es ging weder links noch rechts weg, nur 180 Stufen bergauf. Welcher Scherzkeks hier auch immer bei der Beschilderung am Werk war, bleibt mir ein Rätsel.


Über eine Landstraße – die über einen kleinen Berg führt – gelangte ich dann zum Campingplatz. Die Dame an der Rezeption meinte, Bungalows seien alle ausgebucht, ich könne später aber gerne mal das Restaurant aufsuchen. Also zahlte ich umgerechnet 7 Euro für den 3-Sterne-Zeltplatz, wo ich der einzige Zelter gewesen bin. Hätte ich geahnt, dass dieser über nicht einen einzigen Grashalm verfügt und man das Zelt auf festem Boden aufschlagen muss, hätte ich mir das wohl anders überlegt.


Das Zelt aufgebaut machte mich wieder über den Berg auf in den Ort, einerseits um Wasser zu kaufen, andererseits um den Ort anzuschauen und der Hohen Düne (der zweithöchsten Düne Europas, an deren Fuße ich ja schon stand) einen Besuch abzustatten. Nida ist ein rein touristisch geprägter Ort. Er verfügt über viele Restaurants und kleine Stände, an denen man allen möglichen sinnlosen Krempel kaufen kann, nur kein Wasser. Dieses gab es nur im „Maxima“, dem einzigen Supermarkt des Ortes, an dem jeder Einwohner und Tourist einkaufen geht. Entsprechend lang stand ich an der Kasse an. Nach dem Besuch der Hohen Düne ging es zurück zum Zeltplatz, wo ich mich im Restaurant verköstigen wollte. Allerdings gab es nichts zu essen. Es gebe kaum Gäste, deshalb mache man zur Zeit kein Essen. Nun denn. Also wieder zurück über den Berg in die Stadt und ab in ein Restaurant. Kaum lag ich später im Zelt fing es überflüssigerweise auch noch zu regnen an, wobei es bis in die frühen Morgenstunden dauerregnete. Ich hatte die Schnauze voll von diesem erbärmlichen Ort, diesem erbärmlichen Campingplatz und der erbärmlichen Angestellten an der Rezeption, die einfach nur zu faul war, mir ein Bungalowzimmer zu verschaffen. Ich war heilfroh, am kommenden Tag diesen tristen Ort, den ich mit Sicherheit niemals wieder sehen will, zu verlassen.


Brauchbarkeit der Unterkunft im Hinblick auf Ausstattung, Fahrradsicherheit, Entfernung zum Stadtzentrum, Preis-Leistungs-Verhältnis bezogen auf die Region: 6,0


11.05.2013 – Nida – Königsberg: 92 km


Nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte, war der Campingplatz eine reine Schlammpiste. Das Außenzelt war völlig durchnässt. Gegen 7:30 Uhr machte ich mich auf den Weg zum Grenzübergang zur russischen Exklave. Der Grenzübergang ist keine 3 Kilometer von Nida entfernt. Ich war der einzige Interessent eines Grenzübertrittes. Entsprechend schnell ging die Abfertigung. Im Vergleich zu früheren Jahren sind die russischen Grenzbeamten an mitteleuropäische Radtouristen, die auf dem Weg ins Baltikum, nach St. Petersburg oder gar zum Nordkap sind bzw. von dort kommen, gewöhnt. Kaum über die Grenze erstrahlte auch die Sonne wieder in ganzer Pracht, auch wenn es mit 16 bis 17 Grad Celsius, die am Tag erreicht wurden, temperaturmäßig deutlich bergab ging.

Etwa 2 bis 3 Kilometer nach dem Grenzübergang kam ich dann an eine – geöffnete – Schranke, neben der sich ein unbesetzt wirkendes Kabuff befand. Ich konnte nicht einordnen, welchen Zweck dieses haben könnte und fuhr langsam durch die Schranke, ohne dass ein menschliches Wesen auftauchte. Allerdings kläffte dann linker Hand hinter einem Zaun ein größerer Hund. Ich fuhrt gemächlich weiter – schließlich befand sich der Hund ja hinter dem Zaun. Er lief hinter dem Zaun parallel zu mir her. Plötzlich endete der Zaun und fand auch keine Fortsetzung nach links. Ich erinnerte mich an einen alten Allianz-Werbespot, als der Hund plötzlich heftig kläffend auf mich zulief. Ich trat in die Pedale und konnte ihn nach geraumer Zeit abhängen. Am Ende des russischen Teils der kurischen Nehrung befand sich erneut eine diesmal besetzte Schrankenanlage und ich erkannte nun deren Funktion: Für die Einfahrt in die Kurische Nehrung mit dem Auto ist offenbar eine Gebühr zu entrichten. Ob das auch für Radfahrer und Fußgänger gilt, weiß ich natürlich nicht, auf dem litauischen Abschnitt gab es im Radwegbereich, auf dem ich mich fortbewegte, keine Mautstelle.


Im russischen Teil der kurischen Nehrung gibt es keinen Radweg, man fährt auf der Straße. Der Autoverkehr ist überschaubar. Da Russen gern schnell fahren und die Straße auf der Kurischen Nehrung meist schnurgerade aus verläuft, wird entsprechend „geheizt“. Elchwarnschilder werden ignoriert. Überfahrene Kleintiere sieht man zuhauf. Man fährt, was das Auto hergibt. Autofahrer, die mit 150 km/h oder schneller an mir vorbei brausten, waren keine Seltenheit. Die wenigen Kurven sind überhäuft mit Bildern der jungen Raser, die auf der kurischen Nehrung ihre letzte Ruhe gefunden haben. Tempobegrenzungsschilder gibt es nicht, die offizielle Höchstgeschwindigkeit auf russischen Landstraßen ist 90 km/h. Nur vor einer Kurve, die nicht anders aussah als die anderen, stand ein Tempo 40- Schild, dahinter ein griesgrämig wirkender russischer Ordnungshüter, der den einen oder anderen Raser zur Kasse bitten wollte. Eine technische Ausrüstung habe ich nicht gesehen, allerdings dürfte das Augenmaß des nur mit einer Kelle bewaffneten Ordnungshüters geeignet genug sein, eine rechtsverbindliche Schätzung zu begründen. All zu viel Erfolg wird der Ordnungshüter aber nicht verbucht haben, denn die entgegenkommenden Fahrzeuge warnten bereits meilenweit per Lichthupe, sogar mich als Radfahrer, eine in Russland seltene Species, mit der man nichts so recht anzufangen weiß. Vielleicht steckt in dem Radfahrer ja doch so etwas wie ein Lance Armstrong. Sicher ist sicher. Wer dann noch zu schnell ist, ist jedenfalls selber schuld.


Nach Zelenogradsk hat man dann die Wahl, auf dem Standstreifen der Autobahn nach Kaliningrad zu radeln oder auf einer in wenigen Kilometern Entfernung entlang führenden Landstraße. Eine irgendwie geartete Beschilderung für Radfahrer gibt es in Russland natürlich nicht. Ich entschied mich für letztere Variante. Ein Teilstück der Landstraße wurde kürzlich neu gebaut und tatsächlich mit einem straßenbegleitenden Radweg ausgestattet. Ansonsten ging es bei überschaubarem Verkehrsaufkommen Richtung Kaliningrad. Nur die Einfahrt ins Stadtgebiet über eine Art Ringstraße gestaltete sich etwas schwierig, diese Passage gemeistert, wird es einfach. Ich hatte mir bereits im Vorfeld der Tour die von anderen Radtouristen gepriesene Pension „Klaudia“ als Aufenthaltsort ausgesucht, hatte aber keine Karte und auf meinem Google Maps- Ausdruck versehentlich die Straße Platova statt Pavlova ausgedruckt, die zwar in der Nähe liegt, was aber natürlich rein zufällig ist. Weder in einer Buchhandlung noch bei Globetrotter gab es irgendwelche Stadtpläne für Kaliningrad zu kaufen, auch an den Tankstellen in den Außenbezirken von Kaliningrad fragte ich vergebens. An einem Zeitungskiosk hatte ich dann allerdings Erfolg, so dass ich die Pension, die im Nordwesten der Stadt, etwa 3,5 km vom Zentrum entfernt liegt, dann doch relativ schnell fand.

Pension Klaudia

Zum Glück war ein Zimmer frei, was ich dann bei der deutschsprachigen Betreiberin auch für 2 Tage buchte, da ich für meinen Aufenthalt in Kaliningrad einen zusätzlichen Erkundungstag eingeplant hatte. Die Kosten der sehr guten Unterkunft – mit Ausnahme der durchgelegenen Matratzen im Zimmer – beliefen sich auf 40 Euro pro Tag mit Frühstück. Das Fahrrad konnte ich im Garten hinter dem Haus abstellen, wobei das Grundstück von Hund und Videokamera sowie der 24 Stunden besetzten Rezeption rund um die Uhr bewacht und ich somit wenig Sorgen um die Sicherheit des Rades haben musste.


Am Abend machte ich mich nochmals auf zu einem kurzen Abstecher in die Stadt, um in einem von der Betreiberin empfohlenen Lokal zu Abend zu essen.


Brauchbarkeit der Unterkunft im Hinblick auf Ausstattung, Fahrradsicherheit, Entfernung zum Stadtzentrum, Preis-Leistungs-Verhältnis bezogen auf die Region: 2,0


12.05.2013 – Erkundung Königsberg


Nach dem ausgiebigen Frühstück, zu dem mir verschiedene russische Spezialitäten aufgetischt wurden, machte ich mich schon frühzeitig zu Fuß auf zu einer ausgiebigen Stadtbesichtigung. Vorbei am Siegesplatz mit der Christ-Erlöser-Kirche – dem zentralen Punkt der Stadt – und durch den Zentralpark gelangte ich an die Pregel, einem Fluss der Kaliningrad in Ost-West-Richtung durchquert und hinter Kaliningrad in die Ostsee mündet. Im Hafenbereich angelten Einheimische zwischen Schiffen, die ihren Zenit teilweise bereits länger überschritten haben dürften, was meinen Appetit auf Fisch nicht unbedingt verstärkte.

Entlang der Pregel befindet sich dann auch das bedeutendste Gebäude der Stadt, der Königsberger Dom, der ein Museum beherbergt, das ich mir dann auch anschaute, obwohl ich kein großer Freund von Museen bin. Ich hätte es mit sparen sollen. Das Museum ist nicht wirklich sehenswert und in den Museumsräumen war es derart schwül und stickig, dass mir regelrecht schwindelig wurde. Ich war heilfroh, als ich wieder draußen war. Hinter dem Dom befindet sich die Grabstätte Immanuel Kants. Wesentlich interessanter war das Bernsteinmuseum im Dohnaturm mit vielen interessanten Exponaten. Um den See hinter dem Gebäude verläuft ein neugebauter Radweg, wo man auch den ein oder anderen Radfahrer zu sehen bekommt. In der Nähe des Dohnaturmes aß ich auch zu Mittag. Am Nachbartisch befand sich eine deutsche Gruppe, die mit den Gepflogenheiten der Essensbestellung in Russland nicht vertraut war. Es empfiehlt sich immer, ein Komplettessen aus der Speisekarte herauszusuchen, dass bereits über alle gewünschten Beilagen verfügt. Denn es ist in Russland weder üblich, dass ein Essen über Beilagen verfügt, noch dass diese zwingend gleichzeitig zur Hauptspeise gereicht werden. So musste ich mir schon das Lachen verkneifen als einem ein Teller nur mit einer Art Krabben vorgesetzt wurde und einem anderen ein kindskopfgroßer Fleischberg ohne jede Beilage.

Kaliningrader Dom / Pregel

Am Nachmittag streifte ich über den riesigen Marktplatz von Kaliningrad in der Nähe des Siegesplatzes, wo Lebensmittel im Überfluss feilgeboten werden. Ansonsten fällt auf, dass die Zerstörung der Stadt im 2. Weltkrieg, die vielen Jahre sozialistischen Einheitsbaus mit der Abgeschiedenheit vom russischen Machtzentrum natürlich nicht spurlos an der Stadt vorbeigegangen sind. Aber es wird so einiges restauriert und neu gebaut, wenngleich dies oft bruchstückhaft wirkt. Fußgängerzonen oder Kneipenviertel gibt es nicht. Der Autoverkehr ist allgegenwärtig. Radfahrer haben es in Kaliningrad schwer. Straßenbegleitende Radwege gibt es nicht. Alle einheimischen Radfahrer fahren auf den Fußwegen, die allerdings oft über teilweise bis zu 20 cm hohe Bordsteinkanten verfügen, auch wenn man nach und nach Auf- und Abfahrten für Radfahrer installiert. An so manchen Stellen wurde hierzu allerdings einfach ein Bordstein herausgerissen. Not macht eben erfinderisch.


13.05.2013 – Königsberg – Fromburg: 92 km


Nach einer kräftigen Stärkung ging es früh los Richtung polnische Grenze. Zunächst musste ich mit dem Rad durch das gesamte Kaliningrader Stadtgebiet, was allerdings dank der erworbenen Karte nicht all zu schwierig war. Danach führt eine Landstraße guter Qualität an die Polnische Grenze. Zwar warnt der Reiseführer „Europaradweg – Eiserner Vorhang“ vor viel Verkehr, allerdings hält sich dieser in Grenzen, je weiter man sich von Kaliningrad entfernt. Viel unangenehmer sind die Hunde in den Dörfern bis zur Grenze. Oftmals haben die Grundstücke der Hauseigentümer keine Zäune und bewegen sich die Hunde frei vor den Häusern herum. Wenn dann ein Radfahrer kommt, ist dies eine willkommene Gelegenheit für die Köter, diese anzukleffen. Zum Glück ist das Gelände flach, so dass ich immer schnell weiterkam. Unzählige Maikäfer flogen hier durch die Gegend. Leider war dadurch auch die Straße gesäumt von diesen prächtigen Käfern, die an den Windschutzscheiben der Fahrzeuge verendeten.


An der russisch-polnischen Grenze standen mehrere Fahrzeuge. Der Reiseführer meinte zwar, man solle einfach vorbeifahren, allerdings blieb ich erst einmal hinter dem letzten Fahrzeug stehen. Jedoch winkte mich ein russischer Grenzbeamter an den Fahrzeugen vorbei. Als ich dem russischen Grenzbeamten in seinem Häuschen meinen Reisepass geben wollte, rutschte ich etwas ab, so dass der Reisepass genau in einen Schlitz seines Pultes fiel. Ich entschuldigte mich für mein Missgeschick. Der russische Grenzbeamte schaute mich mit einem traurigen Gesicht an, zuckte die Schultern und zeigte zurück in Richtung Russland. Ich war völlig aufgelöst und entschuldigte mich nochmals. Aber wieder die selbe Geste bis sich der Grenzbeamte das Lachen nicht mehr verkneifen konnte, meinen Pass unter seinem Pult hervorholte und abstempelte. Viel verbiesterter war der polnische Grenzbeamte, der sich das Rad genau anschaute und jede Tasche einzeln abfühlte. Allerdings ging es danach auch sehr schnell.


Nach der Grenze gibt es zwar auch keinen Radweg, dennoch prangte sofort nach Grenzübertritt das Radwegsschild „R1“ an einem Baum. Ich fuhr bis Fromburg, wo es direkt vor der Stadt einen wunderschönen Campingplatz mit vielen Bungalows gibt. Für umgerechnet 8 Euro konnte ich einen Bungalow anmieten. 

Nach einer Stadtbesichtigung Fromburgs mit dessen bemerkenswerter Burganlage lernte ich auf dem Campingplatz die „Ostseeradler“ kennen, die per Rad auf dem Weg zum Nordkap waren und über eine Website verfügen, auf der sie wöchentlich ihre Fortschritte dokumentieren. Darüber hinaus kamen auf den Campingplatz 5 Frankfurter, die auf dem Weg zu einem Fußballspiel in Kaliningrad waren, das am kommenden Tag abends stattfinden sollte. Einer der Reiseteilnehmer hat das Hobby, alle möglichen Fußballstadien zu besuchen. Ein anderer der Gruppe fährt gern Traktor, so dass die Gruppe mit Traktor und Wohnanhänger unterwegs war, allerdings mit dem Traktor nicht in das Kaliningrader Gebiet einreisen durften. Da weder Bus noch Bahn nach Kaliningrad fuhren, die beiden weiblichen Reiseteilnehmerinnen auch nicht mit einem Mietfahrrad die 92 km zurücklegen wollten, ein Grenzübertritt mit Taxi nicht möglich ist etc. vermittelte der Campingplatzbetreiber diesen einen seiner Freunde, der die Deutschen dann mit dem eigenen Auto am nächsten Tag nach Kaliningrad und zurück fuhr. Es wurde hierbei natürlich kräftig über den Preis verhandelt, denn es ist ja nicht nur das Benzin sondern auch das Visum des Fahrers zu bezahlen und ganz umsonst wird er ja den Tag auch nicht verbraten wollen.


Brauchbarkeit der Unterkunft im Hinblick auf Ausstattung, Fahrradsicherheit, Entfernung zum Stadtzentrum, Preis-Leistungs-Verhältnis bezogen auf die Region: 1,0


14.05.2013 – Fromburg – Sztutowo: 126 km


Nach Fromburg ging es die Landstraße weiter Richtung Elblag. In Pogodzie hat man die Wahl, mit etwas Umweg an der Küste entlang zu fahren oder direkt nach Elblag. Die Küstenstraße war wegen Bauarbeiten offiziell gesperrt und die Ostseeradler empfahlen mir die Alternativroute, die ich letztlich auch gefahren bin. Im Reiseführer wird die Strecke wie folgt beschrieben: „leichter Anstieg hinter Fromburg, dann sehr schnelle, da abschüssige Strecke“. Allerdings ging es bis hinter Milejewo ca. 18 km am Stück stetig zwar nicht steil aber kontinuierlich bergan. Hätte ich das geahnt, hätte ich doch lieber die Küstenstrecke genommen.

Elblag

Da ich mit der oberflächlichen Streckenbeschreibung im Radführer nichts anfangen konnte, holte ich mir in Elblag erst einmal einen Stadtplan, um die richtige Ausfahrt aus der Stadt zu finden. Die katastrophale Wegbeschreibung fand ich eher zufällig und mit Nachfragen bei Einheimischen, bis ich auf einer kleinen Straße am Fluss Nogat war, auf dem es nach Überquerung einer Brücke mittels Fähre nach Stobiec gehen sollte. Natürlich fuhr hier keine Fähre. Getreu dem Motto eines verstorbenen Staatsoberhauptes „vorwärts immer, rückwärts nimmer“ versuchte ich über am Fluss entlangführende Feldwege zu einer Brücke oder anderen Fährverbindung zu gelangen, kam hierbei an immer einsamer aussehenden Bauernhöfen vorbei, was auch den einen oder anderen Hund, der möglicherweise seinen ersten Radfahrer zu Gesicht bekam, interessierte, bis der letzte Feldweg an einer Ackergrenze endete. Ich war mitten in der Wildnis, weit und breit keine Straße in Sicht, dafür Schwärme von Eintagsfliegen um mich herum. Da ich nicht nochmal an den Bauernhöfen mit den Hunden vorbeifahren wollte, versuchte ich über andere Feldwege weiterzukommen, verirrte mich aber restlos. Wie ein Pfadfinder suchte ich dann nach Wegen, die zu größeren Wegen wurden, bis ich irgendwann wieder auf einer Straße und 35 Kilometer und 3 ½ Stunden später wieder in Elblag war.

entlang der Nogat

entlang der Nogat

Dort fuhr ich dann auf die breite Nationalstraße 7, die überraschend über einen straßenbegleitenden Radweg verfügte, auf dem ich bis zur Abfahrt nach Stutthof in Nowy Dwor Gdanski verblieb. Auf der Landstraße 502 ging es dann nach Stutthof, einem Küstenort, wo ich auf eine preiswerte Pension oder einen Campingplatz hoffte. Ich kam erst nach 19.00 Uhr in Stutthof an. 

Allerdings erwies sich die Unterkunftssuche als schwierig. In 2 Pensionen, die mit „Zimmer frei“ warben, wurde ich abgewiesen, einen Campingplatz gab es nicht, die riesige gefängnisartig gesicherte Pension „Domhouse“ warb mit metergroßen Schildern. Das Anwesen verfügte über 5 Gartenpforten, die allesamt verschlossen waren, wobei auch keine Klingel existierte. Erst in den Nebenstraßen war ich dann erfolgreich und landete im Haus eines älteren Ehepaares, das mit einem Bettsymbol warb. Die Eigentümer hatten im Obergeschoss die wahrscheinlich vormalige Wohnstätte der unterdessen ausgezogenen Kinder als Privatzimmer ausgebaut. Die Betreiber waren sehr nett und hilfsbereit, wirkten dabei aber etwas überfordert. Ich hatte den Eindruck, der erste Gast zu sein. Da das Obergeschoss über eine Küche verfügte, ich keinen Hauseingangsschlüssel hatte und ich die Gastfreundschaft der Eigentümer auch nicht ausnutzen und vielleicht noch längere Zeit in einem Restaurant verbringen wollte, holte ich mir Brot und Aufschnitt sowie Obst und Joghurt im neben den Wohnhaus befindlichen ABC- Shop. Mein Rad konnte ich in einer verschlossenen Garage abstellen. Insgesamt verlangten die Betreiber gerade mal 40 Zloty (10 Euro).


Brauchbarkeit der Unterkunft im Hinblick auf Ausstattung, Fahrradsicherheit, Entfernung zum Stadtzentrum, Preis-Leistungs-Verhältnis bezogen auf die Region: 1,5


15.05.2013 – Sztutovo – Danzig: 45 km


Von Stutthof nach Danzig ging es immer an der Küstenstraße entlang. Vor Danzig musste die Weichsel noch einmal mit einer Fähre überquert werden, was allerdings diesmal problemlos klappte. In Danzig kam ich dann gegen Mittag an und suchte das von den Ostseeradlern empfohlene Hostal „Riverside“ auf, das sich zentral keine 30 Meter vom Grünen Tor und der Touri- Info entfernt befindet und von dessen Zimmern aus man direkt auf den Fluss Motlawa schaut, der hinter Danzig in die Ostsee mündet. Ich kam in einem 10-Bett-Zimmer unter, in das ich auch das Fahrrad mitnehmen konnte. Der Betreiber versicherte mir, dass ich das Zimmer für mich allein haben werde, das mich 48 Zloty (12 Euro) mit Frühstück kostete.

Ich war vor einigen Jahren schon mal in Danzig, da regnete es ununterbrochen. Diesmal kam ich bei strahlendblauem Himmel und Temperaturen knapp unter 30 Grad in Danzig an. So machten der Stadtbummel und die Schiffsfahrt zur Westerplatte am späten Nachmittag auch viel mehr Spaß in dieser Stadt, deren Altstadt zweifelsohne zu den schönsten auf diesem Planeten gehört. Am Abend konnte ich sogar noch in einer Sportbar das UEFA-Cup Endspiel zwischen Chelsea und Lissabon anschauen.


Brauchbarkeit der Unterkunft im Hinblick auf Ausstattung, Fahrradsicherheit, Entfernung zum Stadtzentrum, Preis-Leistungs-Verhältnis bezogen auf die Region: 1,0


16.05.2013 – Danzig – Jastrebia Gora: 90 km


Für die Weiterfahrt konnte ich endlich den wesentlich genaueren Radführer „Ostseeküstenradweg Teil 3“ aus der Bikelinereihe nutzen, der allerdings nur die Gegenrichtung beschreibt, was die Einfahrten an bestimmten Stellen erschwert. Bis nach Sopot geht ein Radweg, der gut ausgeschildert ist direkt an der Küste entlang. Allerdings endet dieser kurz hinter Sopot ohne jede Ankündigung mitten im Strand. Also zurück. Nach etwa 300 Meter ging rechterhand eine Treppe hoch, die auch über eine Auffahrt für Kinderwagen verfügte. Also habe ich das Rad hochgeschoben und fuhr auf einem straßenbegleitenden Radweg bis Gdynia, wo ich mich wieder mal etwas verfahren habe. Entlang einer Hauptstraße geht es hier weiter bis Leszczynski, wo man die Wahl hat, weiter entlang der Hauptstraße und später entlang anderer Straßen nach Rzuczewo zu gelangen oder über eine Alternativroute über die Dörfer Pogorze, Kosakowo und Mosty. Ich entschied mich für letztere Variante. Hätte ich vorher die Radführerbeschreibung „in Pogorze geradeaus, auf einer herrlichen Serpentinenstraße bergab“ gelesen, hätte ich mich wohl anders entschieden, denn wo es eine herrliche Serpentinenstraße bergab geht, muss es diese für den Fahrer aus der Gegenrichtung bergauf gehen. Zum Glück habe ich den Abschnitt nicht gelesen, denn die Strecke zwischen Mosty und Rzuczewo war das landschaftlich schönste Teilstück des Ostseeküstenradweges, auf dem ich unterwegs war. In der Tat konnte ich zunächst auf dem Weg nach Pogorze an 2 von 3 Bahnübergängen längere Zeit verweilen und war das Serpentinenstück eine Tortur, da die Straße eng und steil war, dennoch Lkw und Busse in beide Richtungen unterwegs waren. Aber der weitere Streckenabschnitt war wirklich traumhaft schön über Wald- und Feldwege.

In Rzuczewo wollte ich das im Bikeline-Reiseführer erwähnte Schloss zumindest mal von außen anschauen, fand es aber nicht, obwohl der Ort nicht groß ist. Als ich gerade in die Karte vertieft war, bot ein Straßenbauarbeiter seine Hilfe an. Allerdings konnte er weder mit dem Wort „Schloss“ noch mit „Castle“ etwas anfangen. Er holte seine Kollegen herbei. Plötzlich standen 7 polnische Straßenbauarbeiter um mich herum, aber keiner konnte mit den genannten Wörtern oder einer versuchten pantomimischen Beschreibung etwas anfangen. Ich blätterte im Reiseführer und tatsächlich, auf der nächsten Seite war das Schloss abgebildet. Ich zeigte auf dieses und wie aus einem Munde kam: „Zamek“, in einem Tonfall wie „mein Gott, sag doch gleich, dass Du zum Zamek willst...“. Letztlich war dieses keine 200 Meter entfernt.


Nach Puck wollte ich eigentlich die von Bikeline erwähnte Küstenpassage nehmen, fand mich jedoch auf einem Weg wieder, der zwischen dem Hauptweg und dem Küstenweg durch den Wald nach Puck führte. Von Puck aus fuhr ich dann entsprechend der Bikeline- Beschreibung auf Radwegen und kleineren Straßen über Wladyslawowo bis Jastrzebia Gora, wo ich eine Übernachtungsstätte suchte. Nachdem ich bereits an der 3 Unterkünften, die mit freien Zimmern warben, klingelte, allerdings niemand öffnete, landete ich bei einer weiteren, die von einer älteren Frau geführt wurde, die ihre Tochrter rief, die in einem gegenüber liegenden Appartmenthaus saubermachte. Diese bot mir ein Appartment in dem Appartmenthaus für 100 Zloty (25 Euro) an, wobei ich das gesamte Appartmenthaus, dass erst kürzlich fertiggestellt wurde, für mich allein hatte. Das Rad konnte ich mit aufs Zimmer nehmen. Da konnte ich nicht widerstehen.


Der Ort ist leider rein vom Tourismus geprägt, nur dass kaum Touristen zugegen waren. In diesem Ort machte ich sehr merkwürdige Erfahrungen. Nicht weit von meiner Unterkunft entfernt befand sich ein Restaurant mit großem Biergarten und über 20 Tischen, das auch zum Zeitpunkt meiner Ankunft noch über 2 Stunden geöffnet sein sollte. Ich setzte mich also an einen der Tische und wartete auf die Bedienung. Diese kam, räumte das Geschirr anderer Gäste weg, machte die Tische sauber und schwirrte mehrfach um mich herum, ohne mich nur eines Blickes zu würdigen. Nach etwa 15 Minuten bin ich dann gegangen in die gegenüber liegende Pizzaria. Ich nahm an einem der außen aufgestellten Tische Platz, studierte die Speisekarte und wusste eigentlich, was ich bestellen wollte. Ich war der einzige Gast. Ich hatte mehrfach Blickkontakt zum Barkeeper und der Bedienung, die im Inneren der Pizzaria herumfuhrwerkten. Aber nach draußen kam niemand. Nach weiteren 15 Minuten bin ich auch hier gegangen. Letztlich landete ich in einem anderen Biergarten, der ganz normal betrieben wurde. Nun denn. Bis dato habe ich nur nette Polen kennen gelernt. Aber das war schon starker Tobak. Arschlöcher gibt es eben überall. Und in Polen scheinen sich diese in Jastrzebia Gora zu versammeln.


Brauchbarkeit der Unterkunft im Hinblick auf Ausstattung, Fahrradsicherheit, Entfernung zum Stadtzentrum, Preis-Leistungs-Verhältnis bezogen auf die Region: 1,5


17.05.2013 – Jastrebia Gora – Leba: 70 km


Von Jastzebia Gora aus fuhr ich die von Bikerline empfohlene Route über Karwia, Krokowa Wierchucino bis Sasino bei heißen Temparaturen um die 30 Grad. In Sasino reizte mich die Alternativroute über Stilo. Da der Radführer – wie bereits gesagt – nur die Gegenrichtung beschreibt und es dort heißt, dass man an der Kreuzung in Sasino nach links in die Hauptstraße einbiegen soll, fuhr ich offenbar einen Weg zu zeitig nach rechts ab. Allerdings sah ich den Leuchtturm von Stilo und hoffte, mich über Feldwege dorthin durchschlagen zu können. Wieder einmal wurden die Wege allerdings immer schlechter und endete dieser letzte an einem Weidezaun, hinter dem mir interessierte Pferde entgegenkamen. Statt nun zurück zu fahren, kam ich allerdings auf die grandiose Idee, das Fahrrad einfach an der Koppel vorbeizuschieben. Nur endete diese Idee wieder einmal an einem Fluss. Also doch zurück. Auf halbem Wege zurück nach Sasino ging allerdings rechterhand ein Weg ab, dem ich nicht widerstehen konnte. Also ab auf diesen. Nur endete auch dieser wieder mitten im Feld. Allerdings konnte ich in einiger Entfernung ein Fahrzeug ausmachen. Ich schob das Rad über das Feld und landete tatsächlich auf dem richtigen Weg, der sogar die R1- Ausschilderung aufwies. Allerdings ist der Weg nach Leba nicht wirklich radtauglich. Der Weg war immer wieder stark versandet, was qualvolles Schieben bedeutete. 

Als ich gegen 16:30 Uhr in Leba eintrudelte, war der von mir favorisierte Campingplatz – ich wollte wegen des schönen Wetters mal wieder campen – vom Personal bereits verlassen. Öffnungszeit war bis 16:00 Uhr. Man dufte aber dennoch auf den Campingplatz, sollte dann am nächsten Tag bezahlen, wenn die Rezeption um 9:00 Uhr öffnet. Da ich nie später als 8:00 Uhr startete, war diese Information nicht wirklich sinnvoll. Der Campingplatz liegt direkt an der Ostsee, so dass man nachts das Wellenrauschen hören kann.

Brauchbarkeit der Unterkunft im Hinblick auf Ausstattung, Fahrradsicherheit, Entfernung zum Stadtzentrum, Preis-Leistungs-Verhältnis bezogen auf die Region: 2,0


18.05.2013 – Leba – Ustka: 93 km


Von Leba aus ging es überwiegend auf Wald- und Feldwegen sowie kleineren Straßen über Izbica und Glowczyce entsprechend der Bikeline-Beschreibung bis Rumsko, wo ich über Feld- und Waldwege, die nur teilweise radfahrtauglich waren die Abkürzung nach Wierchocino nahm. Von Smoldzino aus geht es über Plattenwegen an einem See vorbei nach Rowy durch landschaftlich schönes Gebiet. Der Plattenweg wird nach Rowy hin leider immer schlechter, da diese durch Bauarbeiten teilweise beschädigt worden sind.

Von Debina aus ist der Weg bis Wytowno größtenteils versandet, so dass man häufige Schiebestrecken einlegen muss. Nach Uska hin wird der Weg dann besser. Kurz vor Ustka querte ein völlig neuer 4 Meter breiter Radweg, der ausweislich der Beschilderung direkt ins Zentrum führen sollte. Super Sache. Nur führte der Radweg direkt an den Strand im Nordosten von Ustka. Also zurück und rechts ab.


In Ustka fragte ich bei mehreren Pensionen zunächst vergeblich nach freien Zimmern. Ich landete im 2-Sterne-Hotel Alga nahe des Altstadtzentrums. Die Aussstattung der Unterkunft selbst war ok, allerdings verfügte mein Zimmer nur über ein Fenster, das auf eine vorgelagerte Terrasse führte, die vollverglast war, aber selbst kein Fenster hatte. Demnach konnte ich dem Zimmer keine Frischluft zuführen. Da es wieder brütend heiß war – es war der bisher heißeste Tag während meiner Tour mit ca. 35 Grad – und das Zimmer natürlich über keine Klimaanlage verfügte, war es auch im Zimmer sehr warm, ohne dass ich hier Abhilfe schaffen konnte. Die Kosten der Unterkunft beliefen sich auf 100 Zloty (25 Euro).


Brauchbarkeit der Unterkunft im Hinblick auf Ausstattung, Fahrradsicherheit, Entfernung zum Stadtzentrum, Preis-Leistungs-Verhältnis bezogen auf die Region: 3,0


19.05.2013 – Ustka – Uniescie: 101 km


Von Ustka aus fuhr ich entgegen der Bikeline- Empfehlung auf der relativ verkehrsarmen Nationalstraße 203 bis Zaleskie, weiter auf den von Bikeline empfohlenen kleineren Straßen nach Lacko und Jaroslawiec und nach Darlowo und Dabki. Dort gibt es einen Nehrungsdurchbruch nach Lazy, der im Eisernen Vorhang-Buch als Radweg ausgewiesen, im Ostseeküstenradwegsbuch allerdings mit keinem Wort erwähnt wird. Ich versuchte es einfach mal auf gut Glück, kam aber auf gutem Radweg nur bis zur Nehrungsmitte, wo es an einem Hotelzaun nicht mehr weiterging. Auch links und rechts gab es keine Möglichkeit, vorbeizufahren. Also zurück nach Dabki und über Bukowe Moeskie nach Lazy und auf einer weiteren Nehrung nach Uniescie.

An diesem Tag gingen die Temperaturen deutlich zurück. Erstmal waren es wieder nur so um die 18 Grad und Sonne und Wolken wechselten sich ab. Auch Uniescie war ein rein touristisch geprägter Ort. Je weiter ich Richtung Deutschland kam, um so mehr ältere deutsche Touristenpaare schlichen durch die Orte und ahnungs- und planlos über die Radwege. An den Ständen kann man sich auf dem Weg zum Strandkorb mit bebilderten Handtüchern, sprechenden Plastikpapageien, Muschelimitaten und ähnlichem Krempel eindecken oder sich den Weg mit einem Bierchen versüßen.


Untergekommen bin ich in der Pension Delphin, einer Bikeline-Empfehlung, die von einer Dame mittleren Alters geführt wird und die mir 150 Zloty abnahm, was im Hinblick auf das regionale Niveau deutlich überteuert ist. Ich war aber nach der langen Etappe so geschafft, dass ich nicht weitersuchen wollte. Das Zimmer war zwar geräumig, allerdings auch absolut hellhörig. Der Ehemann der Besitzerin spielte bis in die Nacht hinein an einem Computer im Flurbereich des ersten Stockes, von dem alle Zimmer abgingen, obwohl ich deutlich machte, dass ich gern schlafen würde. Mein Fahrrad konnte ich nur an einer Art Säule im Hof anschließen. Allerdings lernte ich hier eine nette ältere Berliner Dame kennen, die mir mitteilte, schon seit vielen Jahren im Frühjahr für ein paar Tage in diese Pension zu kommen.


Brauchbarkeit der Unterkunft im Hinblick auf Ausstattung, Fahrradsicherheit, Entfernung zum Stadtzentrum, Preis-Leistungs-Verhältnis bezogen auf die Region: 3,5


20.05.2013 – Uniescie – Trzebiatow: 76 km


Bei dieser Etappe habe ich mich wohl erstmals – mit Ausnahme der Kurzetappe von Stutthof nach Danzig – kein einziges Mal verfahren. Dies liegt daran, dass die Etappe nahezu komplett direkt an der Küste auf gut ausgeschilderten Radwegen entlangführt. Besonders schön ist der Abschnitt nach Kolobrzeg – rechts die Küste, links ein Sumpfgebiet mit vielen Vögeln und anderem Getier.

Radfahrer"denkmal" am Stadteingang von Kolobrzeg

Nach Mrzezyno geht es vom Küstenbereich leicht ins Landesinnere weg nach Trzebiatow, dem Ort, den ich mir für die Übernachtung vorgemerkt habe. Die Temperaturen waren angenehm bei etwa 20 Grad, allerdings bekam ich auf dieser Etappe erstmals recht heftigen Westwind zu spüren, nachdem es bisher entweder relativ windstill war oder der Wind von Osten kam. Schon weithin sichtbar ist die riesige Marienkirche. Der nicht touristische geprägte Ort verfügt über eine einzige Pension (Pod Wozem), in der ich ein sehr schönes Zimmer für 100 Zloty (25 Euro) bekam. Nach meiner Stadtbesichtigung konnte ich mich in der Rathauspizzaria verköstigen. In einem Seitenabteil des Rathauses der Stadt, das auf dem zentralen Marktplatz steht, wird interessanterweise eine Pizzaria unterhalten.

Blick auf Trzebiatow

Brauchbarkeit der Unterkunft im Hinblick auf Ausstattung, Fahrradsicherheit, Entfernung zum Stadtzentrum, Preis-Leistungs-Verhältnis bezogen auf die Region: 1,0


21.05.2013 – Trzebiatow – Miedzywodzie: 98 km


Von Trzebiatow geht es zunächst bis zur Küste auf einer recht stark befahrenen Straße leicht bergauf und teilweise wellig voran, wobei mir dann auch wieder der Westwind zusätzlich zu schaffen machte. Nach Konarzewo geht es auf einem völlig neu gebauten Radweg nach Niechorze und von dort entlang der Küste bis Miedzywodzie. Über kleiner Landstraßen und Feldwege gelangt man nach Warnowo, von wo aus es auf einem 7 km langen Waldweg durch einen Nationalpark nach Miedzyzdroje geht. Obwohl der Waldweg durchweg gut ausgeschildert gewesen ist, habe ich es dennoch geschafft mich zu verfahren. Irgendwie bin ich vom rechten Wege abgekommen und plötzlich auf einer riesigen Straße mit breiten Seitenstreifen gelandet, so dass ich feststellen musste, dass ich mich offensichtlich außerhalb des Kartenausschnittes meines Bikelinebuches befunden haben muss. Nun gut – ich fuhr auf die Straße und dachte mir – im Zweifel nach links. Nach etwa 3 bis 4 Kilometern dann das Schild: Richtung Stettin – Gegenrichtung: Swinemünde, allerdings auch ein großes Radfahrverbotsschild. Da ich mich ungern mit polnischen Ordnungshütern anlegen wollte, fuhr in zurück in den Wald mit der Absicht, auf Waldwegen im Hörbereich der Straße Richtung Swinemünde zu fahren. Das klappte zunächst auch ganz gut, wenngleich die Wegequalität aufgrund versandeter Wege oft katastrophal war. Aber irgendwann ging es dann doch immer weiter von der Straße weg. Plötzlich landete ich auf einem Weg mit R10-Beschilderung. Super – endlich der richtige Weg. Aber welche Richtung ist nun die richtige. Natürlich entschied ich mich für die falsche und fuhr erst einmal zum Ausgangspunkt zurück, wo ich feststellte, dass ich gleich bei der Einfahrt in den Nationalpark einem großen Radwegsschild folgte, dass allerdings einen Rundkurs im Nationalpark beschrieb und nicht dem Weg mit der kleineren R10- Beschilderung. Also nun die 7 Kilometer durch den Wald, vorbei an einem Wisentgehege und ab nach Miedzyzdroje, meinem letzten Polenaufenthalt während dieser Radtour. Untergekommen bin ich in einer von einem älteren Ehepaar geführten Privatpension, wo ich in einer Art Datscha für 80 Zloty (20 Euro) untergekommen bin. Am Abend setzte erstmals seit meinem Nidaaufenthalt wieder Regen ein, der aber am morgen nicht mehr vorhanden war.


Brauchbarkeit der Unterkunft im Hinblick auf Ausstattung, Fahrradsicherheit, Entfernung zum Stadtzentrum, Preis-Leistungs-Verhältnis bezogen auf die Region: 1,0


22.05.2013 – Miedzywodzie – Wolgast 76 km


Wegen des nächtlichen Regens verzichtete ich darauf, den Waldweg nach Swinemünde zu befahren, sondern nutzte stattdessen die Landstraße. Allerdings wollte ich auch den Turm Dzwon sehen, so dass ich hinter Lunowo über das Bahnhofsgelände auf den Waldweg fuhr, wo ich auch sofort den R 10 fand. Allerdings wurde dieser wegen Bauarbeiten umgeleitet, so dass ich nicht an diesem Turm vorbeikam. Der Wald war voller Mücken, so dass ich kräftig in die Pedale treten musste, um nicht völlig durchstochen zu werden.


Nach der Fährübersetzung über die Swine und der Durchfahrt Swinemündes gelangte ich auf deutschen Boden. Keine 50 Meter auf deutschem Boden setzte ein kurzer Regenguss ein, der aber bereits nach 10 Minuten wieder vorbei war. Für den weiteren Verlauf der Tour hatte ich Bruckmanns Radführer zum Ostseeküstenradweg dabei, mit dem ich allerdings wenig anfangen konnte, da dieser nur irgendwelche Rundtouren beschreibt und man sich den rechten Weg zusammenbasteln muss. Eine einheitliche Ausschilderung auf deutscher Seite gibt es auch nicht. Auf annehmbaren Radwegen ging es über Ahlbeck nach Bansin, wo der Küstenradweg endet und man über recht gebirgiges Terrain nach Zinnowitz gelangt, teilweise sind hier Steigungen von 16 % zu passieren, wobei man bergab schieben soll. Welcher Scherzkeks sich derartige Schilder ausgedacht hat, ist mir schleierhaft. Aber die Gründe liegen auf der Hand: Man ist wieder in Deutschland und muss auf dem Radweg mit Gruppen rechnen, die trotz Radfahrverkehrs zu fünft nebeneinander laufen, mit Müttern, die bei quer über dem Radweg stehenden Kinderfahrrad ihrem Kind in aller Seelenruhe das Jäckchen zubinden und ähnlich ignorantem und dämlichem Verhalten, was nur in Deutschland zu finden ist...

Blick auf Swinemünde

Über Trassenheide und Mölschow gelangte ich dann nach Wolgast, wo alle von mir aufgesuchten Pensionen ausgebucht waren, was mich ziemlich frustrierte. In einer Pension war niemand da, aber eine Telefonnummer angegeben, bei der man anrufen sollte, wenn man einen Pensionsplatz buchen will. Allerdings erreichte ich niemand. Also fuhr ich weiter Richtung Ortsausgang, als mich der Rückruf der Pension „Alte Molkerei“ erreichte und ich ein Zimmer für 33 Euro mit Frühstück bekam. Da fuhr ich gern ein Stück zurück. Für das Fahrrad gab es eine Fahrradgarage. Kaum war ich im Zimmer, fing es an zu regnen wie aus Kübeln. Zum Glück unterhält die Alte Molkerei im Nachbargebäude abends aber auch einen Restaurantbetrieb, so dass ich nicht nochmal raus musste.


Brauchbarkeit der Unterkunft im Hinblick auf Ausstattung, Fahrradsicherheit, Entfernung zum Stadtzentrum, Preis-Leistungs-Verhältnis bezogen auf die Region: 1,0


23.05.2013 – Wolgast – Sassnitz: 116 km


Auf der letzten Etappe bin ich sehr zeitig los, weil ich am Abend in Sassnitz sein wollte. Über Gröslin und Lubmin führte ein straßenbegleitender Radweg nach Gahlkow, wo ich die Abkürzung über die Dörfer nach Ludwigsburg nahm, wo ich wieder auf den offiziellen Radweg stieß, der zunächst entlang des Greifswalder Boddens, dann entlang der Ryck nach Greifswald führt, wo ich zu Mittag ankam.

Entlang von Feld- und Waldwegen gelangte ich über Leist nach Meeskenhagen, wo parallel zur für Radfahrer gesperrten Bundesstraße ein holpriger und nerviger Pflastersteinweg verläuft. In Reinberg angekommen waren es noch 3 Kilometer bis nach Stahlbrode, wo ich mit der Fähre auf die Insel Rügen übersetzte. Zum Glück habe ich mir auf einer auf der Fähre angebrachten Karte den Wegverlauf nach Sassnitz abgeschrieben und aufgemalt, da der Reiseführer nur eine Strecke über Göhren beschreibt, was einen heftigem Umweg dargestellt hätte. Über Zudar fuhr ich auf einer kleinen Straße nach Garz, wo ich auf der Deutschen Alleenstraße im steten auf und ab nach Putbus gelangte. Von Putbus nahm ich eine kleine Straße nach Zirkow und von dort einen für den Autoverkehr gesperrten Weg nach Kiekut, weiter ging es auf einer Landstraße nach Prora. 

Weg von Zirkow nach Kiekuth

Auf einem Radweg geht es dann zum Fährhafen von Sassnitz, wo ich meine Sachen verstaute und mich auf den Weg nach Sassnitz zu machte. Dort wollte ich die letzte Nacht verbringen. Mein letzter Aufenthalt war dabei im Gasthaus Crampas, wo ich ein nettes Zimmer für 30 Euro bekam und auch noch zu Abend essen konnte.


Brauchbarkeit der Unterkunft im Hinblick auf Ausstattung, Fahrradsicherheit, Entfernung zum Stadtzentrum, Preis-Leistungs-Verhältnis bezogen auf die Region: 1,0


24.05.2013 – Abreise nach Dresden


Am folgenden Tag erfolgte die Abreise nach Dresden.

Gesamtkilometerzahl: 1.157 km